Eines der traditionsreichsten deutschen Straßenrennen mit internationaler Beteiligung ist das Rennen Eschborn-Frankfurt, dass Teil der UCI Welttour ist. Bekannt wurde es als Rennen rund um den Henninger Turm und etablierte Frankfurt einst als deutsche Hauptstadt des Radsports.

Der ursprüngliche Name kam nicht von ungefähr. Die Henninger Brauerei war der erste Sponsor, das Rennen wurde auch in der Nähe in Sachsenhausen gestartet und beendet. International ist es auch als der Grand Prix von Frankfurt bekannt geworden. Der heutige Name Eschborn-Frankfurt ist etwas irreführend. Zwar ist der Start in Eschborn und der Zieleinlauf an der alten Oper in Frankfurt. Was das Rennen so spannend und die Strecke so anspruchsvoll macht, ist der Streckenverlauf, der durch weite Strecken der Taunusberge führt. Insgesamt müssen die Radprofis 187,5 Kilometer zurücklegen. Am Ende der Strecke gibt es eine Schleife in Frankfurt, die 5 Kilometer lang ist und mehrmals durchfahren wird.

Anspruchsvolle Strecke durch den Taunus

Das Rennen findet seit 57 Jahren am 1. Mai statt. Der Verkehr, vor allem im Taunus, muss weiträumig umgeleitet werden, es gibt viele Straßensperren. Die Bewohner nehmen das Rennen aber zum Anlass, sich selbst aufs Rad zu schwingen und die Radler vor allem in den Bergen von Straßenrand aus anzufeuern. Örtliche Vereine bewirten die Zuschauer, was das Rennen teilweise zu einer Art Volksfest werden lässt. Nur einmal, im Jahr 2015, musste das Rennen wegen eines befürchteten Anschlags abgesagt werden.

Eine weitere Besonderheit ist, dass nach den Profis die Strecke auch für ein Jedermannrennen genutzt werden kann. Dieses gibt es in verschiedene Längen zwischen 35 und 102 Kilometern, je nachdem, ob man in die Berge möchte oder nicht. Im Jahr 2019 nahmen 6300 Hobbyradler an den Rennen teil.

Zu den deutschen Gewinnern gehören Radlegenden wie Rudi Altig, Erik Zabel und Olaf Ludwig. Der Frankfurter Dietrich Thurau schaffte es trotz mehrmaliger Teilnahme nur auf einen zweiten Platz 1977.